hallo ihr lieben,
uns geht es nach wie vor gut und wir sind kurz vor cairns - also seit heute morgen wieder zurueck in der zivilisation! und es regnet...und ist kalt....
nachdem wir den letzten eintrag geschrieben haben ist uns was ganz verruecktes passiert. wenn ihr das jetzt lest, denkt ihr bestimmt, dass wir jetzt komplett durchgeknallt sind und euch nur noch irgendeinen quatschkram schreiben, aber folgende geschichte ist tatsaechlich genau so vorgefallen:
wir haben uns von alice springs auf den weg in die west mac donnell ranges (einen weiteren nationalpark) gemacht, um dort in einem wasserloch zu baden. auf dem weg durchs niemandsland sahen wir auf einmal am strassenrand ein kleines verhutzeltes maennchen mit einem seltsamen gefaehrt, einem hund und zwei kamelen sitzen, der uns mit einme kanister zugewunken hat. wir hielten natuerlich sofort an und fragten ihn, ob er hilfe braeuchte. er: if i could have some water that would be great. wir: no problem! er: where are you from? wir: from germany! er: wo von da? ich bin naemlich der klaus aus bielefeld (da hab ich mich natuerlich gleich ans na und?! erinnert gefuehlt..)! das war schonmal sehr merkwuerdig, aber es kam noch besser: es stellte sich heraus, dass klaus seit sechs jahren mit seinem gefaehrt und seinen zwei kamelen, snowey und willi, und oskar dem hund in australien kreuz und quer unterwegs ist und er auf seinem feldbett unter freiem himmel haust. so hat er bereits seit weihnachten mehr als 1200 kilometer durch die pampa zurueck gelegt. auf meine frage, wieso er das denn mache, antwortete er, dass er davor ja mit dem fahrrad unterwegs war, dies aber kaputt gegangen sei. aha, ist schon klar, dann macht das mit den kamelen natuerlich sinn...auf meine frage, ob er mal wieder nach deutschland moechte, meinte er, dass er sehr gerne seinen bruder und seine schwester besuchen wuerde, aber zum leben nicht dorthin zurueckkommen wuerde, denn dann "muesste ich ja arbeiten gehen und dafuer habe ich ja gar keine zeit". und da hat er ja auch recht der klaus.
nach dieser skurilen begegnung sind wir weiter zum wasserloch geduest und haben dort erstmal im eiskalten wasser geplanscht, was endlich mal eine herliche abkuehlung war. abends sind wir wieder nach alice springs und haben uns auf die rueckreise durchs outback vorbereitet. am naechsten morgen sind wir dann frueh los gefahren. alice springs hat uns nicht so sonderlich gefallen - super viele besuffskis und nicht viel zu sehen. aber was erwartet man auch von einer stadt mitten im nirgendwo...
auf einer raststaette haben wir dann marco und cathrin kennen gelernt und sind mit diesen weiter zu den devil marbels gefahren - felsformationen, die durch millionen von jahren kugelfoermig sind und aussehen wie ein riesengrosser murmelhaufen. das war sehr nett und wir haben beschlossen, gemeinsam einen platz fuer die nacht zu suchen. wir haben tennant creek (eine kleine stadt in der wueste) angesteuert. eigentlich wollten wir irgendwo wild campen, haben es uns dort dann aber anders ueberlegt, denn dort hingen nur freaks rum und es wirkte ein wenig bedrohlich. also sind wir zum camping platz und haben dort dann auch unsere franzosen silvienne und joseph (denen wir seit port augusta immer wieder begegnet sind) wieder getroffen. wir hatten alle einen super netten abend und endlich unser langersehntes barbeque. wir sind dann am naechsten tag alleine weiter, da die anderen nach darwin gefahren sind und wir uns fuer cairns entschieden haben. so haben wir nur strecke gemacht, da es auf diesem weg wirklich nichts grossartig sehenswertes gab und sind vorgestern abend dann in normanton gelandet. hier erwartete uns eine boese ueberraschung. aufgrund von sehr starken regenfaellen in queensland (konnten wir uns nach der ganzen wuestengeschichte nicht vorstellen) waren die strassen ueberflutet und teilweise gesperrt. keiner konnte uns sagen, ob unsere weitere strecke irgendwann ueberflutet ist, was bedeutet haette, dass wir 1600!!!!!!!!!!! kilometer umsonst gefahren waeren, da wir den ganzen weg umkehren haetten muessen. wir waren schockiert und genervt, weil uns wirklich jeder andere informationen gegeben hat: no problem you can go through! no way the road is closed and completely flooded...! it is flooded and just a 4WD can go through...bla bla bla...
wir sind dann zur polizei, weil wir dachten, dass die ja bescheid wissen muessen. wussten die aber nicht, haben aber recherchiert und probiert es heraus zu finden. ein schwerer fall fuer die dort ansaessige polizei, der ein grosses team und den einsatz aller verfuegbaren geraete der polizeiwache erforderte. im endeffekt bekamen wir die auskunft, dass der weg bis georgetown frei ist, aber was danach ist, das wuessten sie auch nicht, da das ein anderes einsatzgebiet waere..aha, wenig hilfreich also. wir beschlossen dann, erst einmal den grill anzuschmeissen und auf dem weg zum fleisch und salat kaufen ist tim dann von einem recht grossen adler!!! angefallen worden, was die anwesenden aborigine-kinder ziemlich lustig fanden, waehrend tim der schrecken noch stunden spaeter in den knochen lag. grund fuer diesen angriff waren angeblich tims fettigen haare, die sich hervorragend zum nestbau eignen sollen. am naechsten morgen hat uns dann aber unser platzwart vom campingplatz gesagt, dass wir fahren koennen, warum, wieso, weshalb und woher er es wusste, hat er uns nicht gesagt und wir haben ihm einfach mal blind vertraut und haben uns auf den weg gemacht. und ausser ein paar kleiner ueberflutungen, die dorothea mit links gemanaget hat, haben wir es ohne probleme geschafft. viel schlimmer waren eigentlich die ganzen tiere, die uns auf die fahrbahn gelaufen sind: voegel, riesige leguana, kuehe, mehrere wallabies und die riesen heuschrecken, die dellen in unser auto gemacht haben. die tiere hier sind aber auch zu bloed, anstatt mal von der fahrbahn zu gehen, bleiben sie generell erstmal stehen und glotzen. das liegt aber wohl an der schoenheit dorotheas ist aber trotzdem nervig. wir haben es aber geschafft, keines der groesseren tiere zu verletzten und sind jetzt schon fast in cairns. das wetter ist grauenvoll. es regnet, stuermt und ist kalt. fuer heute ist das voll in ordnung, waere allerdings dumm, wenn es sich nicht bessert, jetzt wo wir doch am great barrier reef sind und schnorkeln wollen.
macht es gut
Tim und Kathy